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Die Britischen Inseln beherbergen 59 ansässige und regelmäßig ziehende Schmetterlingsarten, die zu den schönsten und ökologisch bedeutendsten Lepidopteren Europas zählen. Dieser umfassende Leitfaden stellt zwölf ikonische britische Schmetterlingsarten, ihre Naturgeschichte, Erkennungsmerkmale und Schutzstatus vor.
Britische Schmetterlinge gehören zu fünf Hauptfamilien: Papilionidae (Schwalbenschwänze), Pieridae (Weiße und Gelbe), Lycaenidae (Bläulinge, Kupfer und Zipfelfalter), Nymphalidae (Perlmutterfalter, Edelfalter und Braune) und Hesperiidae (Dickkopffalter). Sie spielen wichtige Rollen als Bestäuber, Beutetiere und Indikatoren für die Gesundheit von Ökosystemen.
Viele britische Schmetterlingspopulationen sind durch Lebensraumverlust, Intensivierung der Landwirtschaft und Klimawandel stark zurückgegangen, was Naturschutzbemühungen und öffentliche Sensibilisierung immer wichtiger macht.
Familie: Pieridae
Flügelspannweite: 52-60 mm
Flugzeit: Februar-September (eine Generation)
Status: Häufig und weit verbreitet
Der Zitronenfalter ist einer der langlebigsten Schmetterlinge Großbritanniens, mit einer Lebensdauer der Erwachsenen von bis zu 13 Monaten. Männchen sind leuchtend schwefelgelb, Weibchen blass grünlich-weiß, beide mit charakteristischen blattförmigen Flügeln. Die Art soll das Wort „butterfly“ inspiriert haben – ursprünglich „butter-coloured fly“.
Lebensraum: Waldränder, Hecken, Gärten
Raupenfutterpflanze: Faulbaum (Rhamnus cathartica) und Faulbaum-Scheinulme (Frangula alnus)
Überwinterung: Im Erwachsenenstadium, Überwinterung in Efeu oder Stechpalme
Familie: Pieridae
Flügelspannweite: 46-54 mm
Flugzeit: Mai-Oktober (Zugvogel)
Status: Zugvogel, jährliche Schwankungen in der Anzahl
Ein spektakulärer Zugvogel aus Südeuropa und Nordafrika, der im Frühling und Sommer nach Großbritannien kommt. Männchen sind leuchtend goldgelb mit dunklen Rändern, während Weibchen blasse Formen zeigen. Die Art übersteht britische Winter nicht, brütet aber gelegentlich in warmen Sommern erfolgreich.
Lebensraum: Küstengebiete, Kleeäckern, Luzernefeldern
Raupenfutterpflanze: Klee (Trifolium spp.) und andere Hülsenfrüchte
Wanderung: Kommt aus dem Mittelmeerraum, Höchstzahlen in heißen Sommern
Familie: Nymphalidae
Flügelspannweite: 44-48 mm
Flugzeit: März-September (zwei Generationen)
Status: Häufig und zunehmend
Sofort erkennbar an seinen gezackten Flügelrändern und dem markanten weißen kommaförmigen Fleck auf der Unterseite. Die Art hat ihr Verbreitungsgebiet in den letzten Jahrzehnten nach Norden ausgedehnt, wahrscheinlich aufgrund des Klimawandels und der vermehrten Nutzung von Gartenhopfen und Brennnesseln.
Lebensraum: Waldränder, Gärten, Hecken
Raupenfutterpflanze: Brennnessel, Hopfen, Ulmen
Überwinterung: Im Falterstadium, oft in Schuppen oder hohlen Bäumen
Familie: Pieridae
Flügelspannweite: 40-52 mm
Flugzeit: April-Oktober (zwei bis drei Generationen)
Status: Häufig und weit verbreitet
Oft mit dem Kleinen Kohlweißling verwechselt, aber durch die grünlichen Adern auf der Unterseite unterscheidbar. Bevorzugt feuchtere Lebensräume als andere Weißlinge und ist weniger mit Gärten und landwirtschaftlichen Flächen verbunden.
Lebensraum: Feuchte Wiesen, Waldwege, Hecken
Raupenfutterpflanze: Knoblauchsrauke, Hohler Lerchensporn, Brunnenkresse
Schutz: Stabile Populationen, weniger betroffen von Agrarpestiziden
Familie: Pieridae
Flügelspannweite: 56-66 mm
Flugzeit: April-Oktober (zwei Generationen)
Status: Häufig, ergänzt durch Zuwanderer
Der klassische „Kohlweißling“, berüchtigt als Gartenschädling, aber ein wichtiger Teil der britischen Biodiversität. Weibchen sind größer und haben zwei schwarze Flecken auf jedem Vorderflügel; Männchen haben nur schwarze Flügelspitzen. Britische Populationen werden durch Kontinentalmigranten ergänzt.
Lebensraum: Gärten, Schrebergärten, Ackerland, Brachflächen
Raupenfutterpflanze: Kreuzblütler (Kohl, Kapuzinerkresse)
Verhalten: Gesellige Raupen können Pflanzen kahlfressen; die Falter sind starke Flieger
Familie: Nymphalidae (Satyrinae)
Flügelspannweite: 46-56 mm
Flugzeit: Juni-August (eine Generation)
Status: Lokal häufig, Ausbreitung des Verbreitungsgebiets
Trotz seines Namens und Aussehens gehört das Marmorweiß tatsächlich zur Familie der „Braunen“ (Satyrinae). Sein auffälliges schwarz-weißes Schachbrettmuster macht es unverwechselbar. Die Art hat sich in den letzten Jahren nach Norden ausgebreitet.
Lebensraum: Unverbesserte Kalk- und Kreidewiesen
Raupenfutterpflanze: Rotschwingel und andere feine Gräser
Schutz: Profitiert von traditioneller Heuwiesenbewirtschaftung
Familie: Nymphalidae
Flügelspannweite: 54-58 mm
Flugzeit: März-September (eine Generation)
Status: Häufig und weit verbreitet
Einer der bekanntesten Schmetterlinge Großbritanniens, mit spektakulären Augenflecken in Rot, Gelb, Blau und Schwarz auf einem tief rostbraunen Hintergrund. Die Augenflecken dienen als Schutz vor Fressfeinden, indem sie Vögel und andere Räuber erschrecken. Ein vertrauter Gartenbesucher, besonders am Sommerflieder.
Lebensraum: Gärten, Parks, Waldränder, Hecken
Raupenfutterpflanze: Brennnessel (ausschließlich)
Überwinterung: Im Erwachsenenstadium in hohlen Bäumen, Gebäuden oder Holzstapeln
Familie: Nymphalidae
Flügelspannweite: 56-62 mm
Flugzeit: Mai-Oktober (Zugvogel und sesshaft)
Status: Häufig, Zugvogel und zunehmend sesshaft
Ein kräftiger Flieger mit markanten roten Bändern auf samtig schwarzen Flügeln. Traditionell als Zugvogel aus Kontinentaleuropa betrachtet, überwintern inzwischen immer mehr erfolgreich im Süden Großbritanniens. Erwachsene werden von faulendem Obst, Efeublüten und Sommerflieder angezogen.
Lebensraum: Gärten, Parks, Wälder, Küstengebiete
Raupenfutterpflanze: Brennnessel
Verhalten: Männchen sind territorial und sitzen an sonnigen Plätzen, um vorbeifliegende Insekten zu beobachten
Familie: Erebidae (tagaktiver Nachtfalter)
Flügelspannweite: 45-55 mm
Flugzeit: Juni-Juli (eine Generation)
Status: Lokal häufig in Südengland und Wales
Obwohl technisch ein Nachtfalter, fliegt der Blutbär tagsüber und wird oft in Schmetterlingsführern aufgeführt. Seine dramatische Färbung in Rot, Schwarz, Creme und metallischem Blaugrün macht ihn zu einem der schönsten Lepidopteren Großbritanniens. Die Art zeigt erhebliche Farbvariationen.
Lebensraum: Feuchte Wiesen, Flusstäler, Moore
Raupenfutterpflanze: Beinwell, Wasserdost, Brennnesseln
Schutzstatus: Lokal verbreitet, benötigt feuchte Lebensräume
Familie: Nymphalidae
Flügelspannweite: 45-50 mm
Flugzeit: März-Oktober (zwei bis drei Generationen)
Status: Häufig, aber rückläufig
Ein klassischer britischer Schmetterling mit orangen Flügeln, die mit schwarzen und gelben Flecken sowie einer Reihe blauer Randpunkte versehen sind. Einst eine der häufigsten Arten Großbritanniens, hat er seit 2003 im Süden Englands deutlich abgenommen, möglicherweise aufgrund von Parasitoidenfliegen-Angriffen.
Lebensraum: Gärten, Parks, Wiesen, Waldränder
Raupenfutterpflanze: Brennnessel
Überwinterung: Im Erwachsenenstadium in Gebäuden, Schuppen oder hohlen Bäumen
Familie: Pieridae
Flügelspannweite: 40-50 mm
Flugzeit: März-Oktober (zwei bis drei Generationen)
Status: Häufig und weit verbreitet
Der häufigste Schmetterling Großbritanniens, in nahezu jedem Lebensraum zu finden. Kleiner und zierlicher als der Große Kohlweißling, mit grau-schwarzen Flügelspitzen und ein oder zwei Flecken auf dem Vorderflügel. Wie sein größerer Verwandter gilt er als kleiner Schädling an Kreuzblütlern, ist aber ein wichtiger Bestäuber.
Lebensraum: Gärten, Ackerland, Parks, Brachflächen – allgegenwärtig
Futterpflanze der Larve: Kreuzblütler und verwandte Pflanzen
Verhalten: Sehr mobil, starke Verbreitungsfähigkeit
Familie: Nymphalidae (Satyrinae)
Flügelspannweite: 47-50 mm
Flugzeit: März-Oktober (zwei bis drei Generationen)
Status: Häufig und zunehmend
Ein Waldfachmann mit braunen Flügeln, die mit cremefarbenen Flecken und markanten Augenflecken versehen sind. Im Gegensatz zu den meisten Schmetterlingen gedeiht er im gefleckten Schatten statt in voller Sonne. Männchen sind sehr territorial und steigen im Luftkampf mit Rivalen spiralförmig auf.
Lebensraum: Waldwege, schattige Hecken, Gärten mit Bäumen
Futterpflanze der Larve: Verschiedene Gräser, darunter Wiesenrispe
Verhalten: Kann als Larve oder Puppe überwintern
Schmetterlinge besitzen vier Flügel, die mit Tausenden winziger Schuppen bedeckt sind, welche ihre Farben und Muster erzeugen. Sie haben sechs Beine (wobei einige Arten die vorderen Beine angezogen halten), Facettenaugen und Fühler mit keulenförmigen Enden (was sie von Motten unterscheidet). Der Saugrüssel ist ein aufgerolltes Röhrchen, mit dem sie Nektar aufnehmen.
Schmetterlinge durchlaufen eine vollständige Metamorphose mit vier klar unterscheidbaren Lebensstadien:
1. Ei: Wird auf oder in der Nähe der Futterpflanzen der Larven abgelegt, oft auf der Blattunterseite. Dauer: 1-2 Wochen.
2. Larve (Raupe): Fressphase, in der sie mehrere Häutungen durchläuft und wächst. Dauer: 2-5 Wochen, abhängig von Art und Temperatur.
3. Puppe (Chrysalis): Verwandlungsphase, in der sich das Larvengewebe zur erwachsenen Form umgestaltet. Dauer: 1-4 Wochen, bei einigen Arten Überwinterung möglich.
4. Adult (Imago): Fortpflanzungsphase, in der Paarung und Eiablage im Vordergrund stehen. Lebensdauer: 2-4 Wochen bei den meisten Arten, bis zu 11 Monate bei überwinternden Arten wie dem Zitronenfalter.
76 % der britischen Schmetterlingsarten haben in den letzten 40 Jahren in Häufigkeit oder Verbreitung abgenommen. Wichtige Bedrohungen sind:
Schmetterlingsschutzmaßnahmen umfassen Lebensraumrestaurierung, agrarökologische Programme, Initiativen für Gartentiere und Bürgerwissenschaftliche Überwachung durch Programme wie das UK Butterfly Monitoring Scheme und Big Butterfly Count.
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