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Wie man Schmetterlinge rehydriert und ausbreitet

 

Das Wiederbefeuchten (oder „Entspannen“) und Ausbreiten von Schmetterlingen verwandelt getrocknete, gefaltete Exemplare in beeindruckende Ausstellungsstücke mit symmetrisch positionierten Flügeln. Diese wichtige Technik ermöglicht es Ihnen, mit in Papier eingewickelten Schmetterlingen, im Feld gesammelten Exemplaren oder alten, getrockneten Schmetterlingen, die neu positioniert werden müssen, zu arbeiten. Mit Geduld und der richtigen Technik können Sie Ausstellungen in Museumsqualität erstellen, die die volle Schönheit der Flügelmuster und -farben von Schmetterlingen zeigen.

Wann Sie Schmetterlinge wiederbefeuchten müssen

Häufige Szenarien

  • Eingeschlagene Präparate: Flach in Glasinumschlägen gelagerte Schmetterlinge
  • Im Feld gesammelte Schmetterlinge: Zum Transport und zur Lagerung getrocknet
  • Alte Präparate: Bereits gespießte Schmetterlinge, die neu positioniert werden müssen
  • Gekaufte getrocknete Präparate: Unmontierte Schmetterlinge von Lieferanten
  • Beschädigte Präparate: Müssen repariert und neu ausgebreitet werden

Warum Wiederbefeuchtung notwendig ist

  • Getrocknete Schmetterlinge werden steif und spröde
  • Flügel brechen, wenn man versucht, sie trocken auszubreiten
  • Beine und Fühler brechen bei minimalem Druck ab
  • Wiederbefeuchtung macht Präparate biegsam und bearbeitbar
  • Ermöglicht Positionierung ohne Beschädigung

Wesentliche Materialien

Zur Wiederbefeuchtung (Entspannen)

  • Luftdichter Behälter (Plastikbox mit dicht schließendem Deckel)
  • Sauberer Sand oder Papiertücher
  • Wasser
  • Weißer Essig oder Phenol (Schimmelhemmer)
  • Sieb oder Plattform zur Erhöhung der Präparate
  • Glasinumschläge (wenn die Präparate noch nicht darin sind)

Zum Ausbreiten

  • Ausbrettbrett (mit passender Rillengröße für Schmetterlingsgröße)
  • Insektennadeln (Größe 2 für die meisten Schmetterlinge)
  • Transparentpapier oder Glasinestreifen
  • Feine Pinzette
  • Zusätzliche Nadeln zum Fixieren von Papierstreifen
  • Steckblock (für gleichmäßige Höhe)

Optional, aber hilfreich

  • Lupe oder Lampe
  • Weicher Pinsel (zum Positionieren der Fühler)
  • Pinzette mit feiner Spitze
  • Gute Beleuchtung

Teil 1: Wiederbefeuchtung (Entspannen) von Schmetterlingen

Schritt 1: Bauen Sie Ihre Entspannkammer

Behälter einrichten

  • Wählen Sie einen luftdichten Plastikbehälter (Schuhkartongröße eignet sich gut)
  • Muss einen dicht schließenden Deckel haben, um die Luftfeuchtigkeit zu halten
  • Größere Behälter können mehrere Präparate gleichzeitig bearbeiten

Feuchtigkeitsquelle

  • Sand-Methode (bevorzugt): Geben Sie 2-5 cm sauberen Sand auf den Boden und tränken Sie ihn mit Wasser
  • Papiertuch-Methode: Schichten Sie feuchte (nicht tropfende) Papiertücher auf den Boden
  • Sand hält die Luftfeuchtigkeit über längere Zeit konstanter
  • Stellen Sie sicher, dass sich kein stehendes Wasser im Behälter sammelt

Schimmelvorbeugung hinzufügen

  • Fügen Sie 1-2 Esslöffel weißen Essig zum Wasser/Sand hinzu
  • ODER fügen Sie ein paar Tropfen Phenol oder Karbolsäure hinzu
  • Dies verhindert Schimmelbildung während des 24-72 Stunden Prozesses
  • Wichtiger Schritt – nicht überspringen

Plattform erstellen

  • Legen Sie ein Sieb, Netz oder eine perforierte Plattform über die Feuchtigkeitsquelle
  • Präparate sollten nicht direkt mit Wasser in Berührung kommen
  • Die Plattform ermöglicht, dass Feuchtigkeit von unten zu den Präparaten gelangt
  • Zerknüllte Papiertücher können als einfache Plattform dienen

Schritt 2: Präparate zum Entspannen vorbereiten

Wenn Schmetterlinge eingeschlagen sind

  • Lassen Sie die Schmetterlinge in ihren Glasinuumschlägen
  • Umschläge schützen empfindliche Flügel während des Entspannens
  • Feuchtigkeit dringt durch das Papier
  • Verhindert, dass die Flügel zusammenkleben

Wenn Schmetterlinge lose sind

  • Legen Sie jeden Schmetterling vor dem Entspannen in einen Glasinuumschlag
  • Falten Sie die Flügel vertikal über den Rücken (natürliche Ruheposition)
  • Schreiben Sie die Sammlungsdaten auf die Außenseite des Umschlags
  • Dies schützt die Präparate während des Prozesses

Schritt 3: Entspannen der Präparate

Platzierung

  • Legen Sie die eingeschlagenen Schmetterlinge auf die Plattform
  • Nicht überfüllen – Luftzirkulation um jedes Präparat ermöglichen
  • Größere Präparate benötigen mehr Platz
  • Umschläge flach halten, nicht falten oder biegen

Verschließen und warten

  • Behälter fest verschließen, um Feuchtigkeit zu halten
  • An einem warmen Ort platzieren (20-25°C)
  • Wärme beschleunigt den Entspannungsprozess
  • Vor direkter Sonneneinstrahlung schützen

Entspannungszeit nach Größe

  • Kleine Schmetterlinge (2,5-5 cm): 24-36 Stunden
  • Mittlere Schmetterlinge (5-7,5 cm): 36-48 Stunden
  • Große Schmetterlinge (7,5-10 cm): 48-72 Stunden
  • Sehr große Motten (über 10 cm): 72-96 Stunden
  • Sehr alte Präparate: Können 3-7 Tage benötigen

Schritt 4: Bereitschaft testen

Wie man prüft

  • Nach Mindestzeit vorsichtig ein Präparat entnehmen
  • Versuchen Sie vorsichtig, eine Flügelbasis mit der Pinzette zu bewegen
  • Sollte sich glatt ohne Widerstand oder Knacken biegen lassen
  • Beine sollten sich biegen, ohne zu brechen
  • Der Körper sollte leicht nachgeben, wenn er sanft gedrückt wird

Wenn noch steif

  • Für weitere 12-24 Stunden zurück in die Kammer legen
  • Täglich kontrollieren, um Überentspannung zu vermeiden
  • Besser länger entspannen als zu schnell und Flügel brechen

Wenn zu weich

  • Sofort aus der Kammer nehmen
  • 1-2 Stunden an der Luft trocknen lassen
  • Sollten biegsam, aber nicht schlaff sein
  • Zu stark entspannte Präparate neigen zu Schimmel

Kritisches Timing

  • Sofort nach dem Entspannen spreizen
  • Präparate werden innerhalb von Stunden wieder steif, wenn sie nicht angesteckt sind
  • Entnehmen Sie die Präparate einzeln aus der Kammer
  • Wenn Sie nicht sofort spreizen können, zurück in die Kammer legen
  • Lassen Sie entspannte Präparate nicht liegen – sie trocknen ungleichmäßig

Teil 2: Schmetterlinge spreizen

Schritt 1: Wählen Sie das richtige Spreizbrett

Rillenbreite

  • Die Rillenbreite sollte der Körperbreite des Schmetterlings entsprechen
  • Körper sitzt in der Rille, Flügel ruhen auf schrägen Brettern
  • Zu schmal: Körper passt nicht richtig
  • Zu breit: Flügel werden nicht gestützt

Gängige Größen

  • Schmal (6-8mm): Kleine Schmetterlinge, Dickkopffalter
  • Mittel (10-12mm): Die meisten gängigen Schmetterlinge
  • Breit (15-20mm): Große Schmetterlinge und Motten
  • Verstellbare Bretter passen sich mehreren Größen an

Schritt 2: Schmetterling anstecken

Aus dem Umschlag nehmen

  • Entfernen Sie vorsichtig den entspannten Schmetterling aus dem Umschlag
  • Fassen Sie nur den Körper an, berühren Sie niemals die Flügel
  • Verwenden Sie feine Pinzetten für Kontrolle
  • Arbeiten Sie vorsichtig – die Flügel sind noch empfindlich

Nadel einsetzen

  • Stecken Sie die Nadel senkrecht durch die Mitte des Thorax
  • Die Nadel sollte genau zwischen den Flügelbasen verlaufen
  • Drücken Sie die Nadel durch, bis sie zentriert auf der Unterseite herauskommt
  • Verwenden Sie für die meisten Schmetterlinge eine Nadel der Größe 2 (Größe 1 für kleine, Größe 3 für große)

Position auf dem Brett

  • Stecken Sie die Nadel in die Rille des Spreizbretts
  • Der Körper sollte in der Rille sitzen, die Flügel ruhen auf schrägen Flächen
  • Der Schmetterling sollte 1/3 unterhalb des Nadelkopfs positioniert sein
  • Verwenden Sie einen Stecknadelblock, um die richtige Höhe zu gewährleisten
  • Der Körper sollte gerade sein, nicht gebogen oder verdreht

Schritt 3: Flügel spreizen

Dies ist der kritischste und empfindlichste Schritt.

Ausgangsposition

  • Die Flügel werden gefaltet oder teilweise geschlossen sein
  • Sie werden sie in die Ausstellungsposition bringen
  • Arbeiten Sie jeweils an einer Seite für Symmetrie

Technik zum Bewegen der Flügel

  • Flügeloberflächen niemals mit Fingern oder Pinzette berühren
  • Insektennadel als Haken verwenden
  • Nadelspitze sanft unter die dicke Ader an der Flügelbasis schieben
  • Flügel vorsichtig nach vorne in Position schieben
  • Langsam und geduldig arbeiten

Richtige Flügelposition (Standard-Museumstil)

  • Hinterflügel zuerst: Hinterflügel nach vorne schieben, bis seine Hinterkante senkrecht zum Körper steht
  • Vorderflügel zuerst: Vorderflügel nach vorne schieben, bis seine Hinterkante einen 90-Grad-Winkel zum Körper bildet
  • Ergebnis: Hinterkante des Vorderflügels sollte gerade und senkrecht zum Körper verlaufen
  • Vorderkante des Hinterflügels sollte gerade die Hinterkante des Vorderflügels berühren

Auf der anderen Seite wiederholen

  • Gegenseite spreizen, um genau zu passen
  • Symmetrie ist entscheidend für professionelles Aussehen
  • Beide Seiten häufig vergleichen
  • Kleine Anpassungen vornehmen, bis perfekte Übereinstimmung erreicht ist

Schritt 4: Flügel sichern

Papierstreifen-Methode

  • Streifen aus Transparentpapier oder Glasine schneiden (ca. 1,3 cm breit)
  • Streifen über die Flügel legen, um sie in Position zu halten
  • Papierstreifen am Brett feststecken (NICHT durch die Flügel!)
  • Mehrere Stifte entlang des Streifens für gleichmäßigen Druck verwenden
  • Papier soll Flügel flach halten, aber nicht zerdrücken

Abdeckung

  • Gesamte Flügelfläche mit Papierstreifen abdecken
  • Bei Bedarf Streifen überlappen
  • Sicherstellen, dass Flügel sich während des Trocknens nicht bewegen können
  • Überprüfen, dass Flügel flach auf der Brettoberfläche liegen

Schritt 5: Fühler und Körper positionieren

Fühler

  • Fühler nach vorne und parallel zueinander positionieren
  • Fühler sollten gerade nach vorne zeigen, nicht gekreuzt oder gebogen
  • Feine Stifte auf beiden Seiten zum Fixieren verwenden
  • Oder einen kleinen Papierstreifen über die Fühler legen

Abdomen

  • Sollten gerade und zentriert sein
  • Bei Krümmung vorsichtig gerade richten, solange Präparat biegsam ist
  • Während des Trocknens eventuell Stützstift darunter nötig

Beine

  • Beine an den Körper anlegen
  • Sollten im endgültigen Display von oben nicht sichtbar sein
  • Stifte verwenden, um natürliche Position zu halten

Schritt 6: Trocknen

Trocknungsumgebung

  • Warmer, trockener Ort (20-25°C)
  • Gute Luftzirkulation, aber keine direkten Zugluft
  • Fern von direktem Sonnenlicht (verhindert Ausbleichen)
  • Geschützt vor Staub und Schädlingen
  • Bereich mit niedriger Luftfeuchtigkeit

Trocknungszeit

  • Kleine Schmetterlinge: 7-10 Tage
  • Mittlere Schmetterlinge: 10-14 Tage
  • Große Schmetterlinge: 14-21 Tage
  • Sehr große Motten: 21-28 Tage

Trocknungstest

  • Abdomen sanft berühren – sollte vollständig starr sein
  • Kanten des Papiers vorsichtig anheben – Flügel sollten sich nicht biegen
  • Wenn noch Flexibilität besteht, weiter trocknen lassen
  • Zu frühes Entfernen lässt die Flügel hängen

Schritt 7: Vom Brett entfernen

Vorsichtiges Entfernen

  • Nach vollständigem Trocknen die Stifte entfernen, die die Papierstreifen halten
  • Papier vorsichtig von den Flügeln abziehen
  • Arbeiten Sie langsam – getrocknete Flügel können noch brechen
  • Wenn das Papier klebt, nicht erzwingen – eventuell mehr Trocknungszeit nötig

Stützstifte entfernen

  • Entfernen Sie die Stifte um die Fühler herum
  • Entfernen Sie alle Stützstifte unter dem Abdomen
  • Präparat ist jetzt bereit zur Ausstellung oder Lagerung

Häufige Probleme und Lösungen

Problem: Flügel brechen beim Spreizen

Ursache: Präparat nicht ausreichend entspannt

Lösung: Für weitere 12-24 Stunden in die Entspannkammer zurücklegen

Problem: Schimmel wächst am Exemplar

Ursache: Unzureichender Schimmelhemmer, Überentspannen oder zu feucht

Lösung: Mehr Essig in die Kammer geben, Exemplare täglich prüfen, Schimmel vorsichtig abbürsten und erneut trocknen

Problem: Flügel sind nicht symmetrisch

Ursache: Ungleichmäßiges Spreizen oder Positionieren

Lösung: Vor dem Feststecken des Papiers anpassen, beide Seiten häufig vergleichen

Problem: Flügel hängen nach dem Entfernen durch

Ursache: Unzureichende Trocknungszeit

Lösung: Zurück auf das Präparierbrett und länger trocknen lassen; Vorbeugung ist entscheidend

Problem: Fühler brechen ab

Ursache: Grober Umgang oder Exemplar zu trocken

Lösung: Kann mit einer winzigen Menge Archivkleber wieder befestigt werden

Problem: Exemplar wird vor dem Spreizen wieder steif

Ursache: Zu lange gewartet nach dem Herausnehmen aus der Kammer

Lösung: Zur Entspannkammer zurückkehren und neu beginnen

Tipps für perfekte Ergebnisse

Beste Vorgehensweisen

  • In Chargen arbeiten: Mehrere Exemplare entspannen, eines nach dem anderen spreizen
  • Symmetrie ständig überprüfen: Regelmäßig zurücktreten und von oben betrachten
  • Gute Beleuchtung verwenden: Wichtig, um die Flügelposition klar zu sehen
  • Seien Sie geduldig: Hektik führt zu Fehlern und Schäden
  • Üben Sie an häufigen Arten: Bevor Sie seltene oder wertvolle Exemplare bearbeiten
  • Arbeitsplatz organisiert halten: Alle Werkzeuge vor Beginn bereithalten

Was Sie nicht tun sollten

  • Berühren Sie die Flügel nicht mit den Fingern – Öle beschädigen die Schuppen dauerhaft
  • Zwingen Sie keine steifen Exemplare – sie brechen
  • Überspringen Sie nicht den Schimmelhemmer in der Entspannkammer
  • Nehmen Sie das Exemplar nicht zu früh vom Präparierbrett
  • Arbeiten Sie nicht bei hoher Luftfeuchtigkeit – verlangsamt das Trocknen
  • Lassen Sie entspannte Exemplare nicht liegen

Professionelle Alternative

Das Befeuchten und Spreizen von Schmetterlingen ist ein zeitintensiver Prozess, der Geduld, die richtige Ausrüstung und beträchtliches Können erfordert. Die Lernkurve beinhaltet unvermeidliche Fehler, und der Prozess dauert von Anfang bis Ende Wochen. Viele Sammler bevorzugen professionell gespreizte Exemplare, die bieten:

  • Perfekte Symmetrie und Flügelpositionierung
  • Kein Risiko von Schäden beim Entspannen oder Spreizen
  • Garantierte Ergebnisse in Museumsqualität
  • Sofortige Ausstellungsbereitschaft
  • Fachgerechter Umgang mit empfindlichen Exemplaren
  • Dokumentation zur ethischen Beschaffung

Museumsgerechte gespreizte Schmetterlinge

Unsere Kollektion umfasst professionell gespreizte Schmetterlinge, die von erfahrenen Entomologen mit den oben beschriebenen Techniken präpariert wurden. Jedes Exemplar ist perfekt symmetrisch, fachmännisch positioniert und sofort ausstellungsbereit – ohne die wochenlange Arbeit und technischen Herausforderungen des Spreizprozesses.

 

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